Theriak

Theriak ist eine sehr alte Rezeptur, die es bereits in der Antike gegeben haben soll. Im Mittelalter soll diese Mischung über 300 Bestandteile gehabt haben. Da die Zubereitung oftmals Fälscher angelockt hat, war die Herstellung nur autorisierten Kräften wie z.B. Apothekern erlaubt.

Eine Hochburg der Herstellung von Theriak war Venedig, weshalb sich auch der Name venezianischer Theriak (Theriaca veneciana) eingebürgert hat. Die Lagerung und der Transport erfolgte in aufwändig gestalteten Porzelangefäßen.

Erst die Einführung von Herstellungsregeln für Arzneimittel mit Hilfe von Arzneibüchern wie der Pharmacopoea Germanica brachte eine einheitliche Rezeptur mit 12 Bestandteilen hervor.

Um Theriak auch in der Neuzeit weiterhin im Handel halten zu können, mussten aber einge Bestandteile wie Opium und Meerzwiebel aus der Rezeptur gestrichen werden, die man unter Electuarium Theriaca sine opio im Ergänzungsband zum 6. deutschen Arzneibuch (EB6) findet. Sie enthält eine Pulvermischung aus Angelikawurzel, Baldrianwurzel, Zimtrinde, Zitwerwurzel, Kardamomen, Myrrhe; Honig; Eisen(II)-sulfat und pharmazeutischen Likörwein. Es ist eine dunkelbraune bis schwarze dickflüssige, zähe Masse.

Die Anwendung kann heute nicht mehr geklärt werden, es erfolgt normalerweise auch kein Einsatz von ausschließlich Theriak. In aktuellen Rezepturen dient er wohl eher zur Farb- und Geschmacksbeeinflussung, da die Konzentration der einzelnen Bestandteile zu gering ist, um eine arzneiliche Wirkung zu entfalten.

Häufig erfolgt der Zusatz heute nur als in der Zusammensetzung stark reduzierten Pulvermischung, u. a. ohne die oben genannten flüssigen bis halbfesten Bestandteile wie Wein und Honig.

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