Komplexhomöopathie – Was ist das?

Blickt man auf den traditionellen Arzneischatz, so zeigt sich, dass die Arzneimittellehre in der Vergangenheit vor allem solche Naturstoffe erforscht hat, die eine starke akute Wirkung haben.
Viele Mittel, die über Jahrhunderte in Gebrauch waren, sind jedoch irgendwann verworfen worden, weil sie unter anderem im Tierexperiment keine deutlich messbaren Effekte zeigten. Deshalb galten viele Naturstoffe als unwirksam, da man sie mit Methoden prüfte, die für akut und stark wirkende Substanzen entwickelt worden waren.

Die Besonderheit von vielen solchen Naturstoffen besteht allerdings darin, dass sie bei geringster akuter Toxizität – also Giftigkeit – eine Umstellung des krankhaft gestörten Stoffwechsels herbeiführen und so nicht nur Krankheitssymptome beseitigen können, sondern sogar zu wirksamen Heilmitteln werden. Sie greifen in gestörte biochemische Prozesse des Organismus ein und unterstützen dessen Selbstregulation. Manche der Mittel werden zur Behandlung von langsam sich entwickelnden und chronisch verlaufenden Krankheiten (z.B. Gelenkverschleiß) verwendet, andere dienen zur Behandlung von akuten Krankheitsgeschehnissen (z.B. Erkältungen) oder werden bei der Behandlung „nervlicher“ Beschwerden wie Unruhe oder Erschöfpung eingesetzt.

Ein großer Teil dieser Arzneimittel sind aus homöopathischen Urtinkturen, Verdünnungen und Verreibungen zusammengesetzt. Sie unterliegen damit einerseits der von Hahnemann begründeten Similia-Regel, die besagt, dass „Gleiches mit Gleichem“ geheilt wird. Dies soll bedeuten, dass in der Homöopathie eine Krankheit mit einer sehr kleinen Menge eines Naturstoffes behandelt wird, der bei Gesunden in größerer Menge zu ähnlichen Symptomen führt. Auf der anderen Seite gelten für solche homöopathischen Arzneimittel die exakt reproduzierbaren Herstellungsvorschriften des amtlichen Homöopathischen Arzneimittelbuches (HAB) und des Europäischen Arzneibuches (EuAB / Ph.Eur.). Selbstverständlich unterliegen die Mittel ständig strengsten pharmazeutischen Qualitätskontrollen wie Reinheit und Mikrobiologie.

Was ist aber nun das Besondere am Einsatz von homöopathischen Komplexmitteln?

An dieser Stelle sind zwei entscheidende Vorteile zu nennen. Zunächst setzt der Einsatz eines solchen Komplexmittels nicht die bei der Behandlung mit homöopathischen Einzelmitteln erforderliche genaue Symptombeschreibung und Symptombewertung voraus. Denn ein jeder, der sich bereits einmal mit der Homöopathie beschäftigt hat, weiß, dass die genaue Beschreibung und Deutung der Symptome für einen Laien nur sehr schwer möglich ist. Beim Einsatz von Komplexmitteln tritt diese genaue Symptombeschreibung in den Hintergrund und der Patient wählt ein Komplexmittel z.B. zur Behandlung von Wecheljahrsbeschwerden, das alle üblicherweise vorkommenden Symptome mitbehandelt. An zweiter nicht minder bedeutender Stelle sei die gegenseitige Verstärkung der einzelnen Wirkstoffe des Komplexmittels zu nennen. Dieser so genannte Synergismus beschreibt ein verstärktes und somit zumeist auch breiteres Wirkspektrum des Komplexmittels.

All diese Gedanken und Überlegungen sind seit Jahrzehnten Konzeptionsbestandteil der Mittel unseres Hauses und sie haben sich hunderttausendfach bewährt!


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